Outsourced Chief Investment Officer. Der Begriff wird inzwischen so breit verwendet, dass er beinahe jede Konstellation beschreibt, in der eine externe Partei irgendeine Rolle in der Anlageentscheidung spielt. Diese Unschärfe erweist Institutionen und Familien einen Bärendienst, die ernsthaft verstehen wollen, was sie tatsächlich brauchen.
In seiner strengsten Form übernimmt ein OCIO die vollständig delegierte Verantwortung für das Anlageprogramm: Strategie, Managerselektion, Umsetzung, Risikomanagement und Reporting; rechenschaftspflichtig gegenüber einem Anlageausschuss oder einem Family Principal, aber mit echter Entscheidungskompetenz statt blosser Beratung.
In seiner weniger strengen Form ist es lediglich ein neues Etikett für das, was früher Finanzberater oder Investment Consultant hiess: jemand, der Empfehlungen abgibt, die der Kunde anschliessend genehmigt, während die Verantwortung so breit verteilt ist, dass am Ende niemand klar verantwortlich ist, wenn etwas schiefläuft.
Der Unterschied ist enorm wichtig, insbesondere für Institutionelle Anleger oder Familie Mitglieder mit begrenzter Zeit, die tatsächlich delegieren. Die einfache Frage an jeden Anbieter, der OCIO-Leistungen verspricht, lautet: Wenn sich die Entscheidung als falsch herausstellt, wem gehört sie dann?
Die Antwort auf diese Frage sagt mehr über die Natur des Mandats aus als jedes Angebotsdokument.
Die richtige OCIO-Beziehung ist diejenige, in der die Antwort eindeutig ist, und in der der Anbieter bereit ist, dies schriftlich festzuhalten.