Komplexer Vermögensstrukturen entstehen selten auf einmal. Komplexität akkumuliert sich: hier eine Holdinggesellschaft, dort ein Trust, ein Investmentvehikel auf der einen Seite, ein Immobilienportfolio auf der anderen, ein zusätzlicher Verwahrer, weil die vorherige Beziehung schwierig wurde, ein während einer Marktverwerfung herausgelöstes Mandat, das danach nie wieder überprüft wurde.
Ab einem gewissen Punkt versteht eine Familie nicht mehr, was sie besitzt, warum sie es besitzt oder wer dafür verantwortlich ist. Die Banker, die jede einzelne Schicht aufgebaut haben, sind längst weg. Die Anwälte, die die Strukturen entworfen haben, haben die Kanzlei gewechselt. Übrig bleibt eine Landkarte, die niemand mehr lesen kann.
Die Kosten dieser Komplexität bestehen nicht nur aus den Gebühren für ihre Aufrechterhaltung. Es sind auch Entscheidungen, die nicht getroffen werden können, weil Informationen nicht konsolidiert sind. Es ist Risiko, das unsichtbar bleibt, weil niemand das Gesamtbild hat. Es ist das Nachfolgegespräch, das verschoben wird, weil das Entwirren der Struktur zu gross erscheint.
Vereinfachung ist nicht immer sofort möglich, und sie ist selten kostenlos. Aber sie beginnt mit einer einfachen Verpflichtung: zuerst zu verstehen, was tatsächlich vorhanden ist, bevor entschieden wird, was bleiben soll.
Die Familien, mit denen gearbeitet wird, sind oft überrascht von dem, was diese erste Konsolidierung sichtbar macht: nicht immer Probleme, manchmal schlicht Vermögenswerte und Beziehungen, die in Vergessenheit geraten waren. Klarheit hat, wie sich zeigt, einen Wert, der auf keinem Kontoauszug erscheint.