Unabhängigkeit ist kein Produkt. Sie ist eine Haltung

Jedes Unternehmen im Wealth Management bezeichnet sich als unabhängig.
Das Wort wurde so stark gedehnt, dass es fast jede Bedeutung verloren hat.

Wenn von Unabhängigkeit die Rede ist, ist etwas Einfacheres – und Anspruchsvolleres – gemeint. Es bedeutet, dass die erste Verpflichtung der Familie oder der Institution gilt, die am Tisch gegenüber sitzt. Nicht dem Produkt dahinter, nicht der depotführenden Bank und nicht der Struktur, welche Gebühren generiert. Unabhängigkeit ist in diesem Sinn keine rechtliche Kategorie. Sie ist eine tägliche Entscheidung.

In der Praxis bedeutet das, den Verwahrer zu empfehlen, der für den Kunden richtig ist – und nicht denjenigen, zu dem bereits eine Beziehung besteht. Es bedeutet, einer Familie zu sagen, dass ihre bestehende Struktur funktioniert, selbst wenn es für dir Berater eine Umstrukturierung mehr Arbeit und mehr Ertrag bringen würde.
Es bedeutet auch, Mandate abzulehnen, die nicht sauber betreut werden können.

Die Vermögensverwaltungsbranche hat ein ganzes Vokabular rund um Unabhängigkeit aufgebaut: Open Architecture, konfliktfrei, treuhänderisch. Das meiste davon beschreibt Prozesse. Nur sehr wenige beschreiben eine Haltung.

Diese Haltung ist die folgende: Optimiert wird einzig das Ergebnis für den Kunden. Das ist kein Marketingversprechen. Es ist der einzige Grund, warum eine Familie oder eine Institution überhaupt mit einem ausgelagerten Berater zusammenarbeiten sollte.

Familien, die ihren Beratern die richtigen Fragen stellen, kennen die Antwort auf diese Frage meist bereits.