Alle sprechen über Nachfolge. Hier erläutern wir unsere Sicht auf dieses wichtige Thema für jede Familie und warum Nachfolgeplanung für Familien in erster Linie eine Familienfrage ist.
Familien investieren viel Zeit und Geld in die Gestaltung ihrer Nachfolgestrukturen: Trusts, Stiftungen, Holdinggesellschaften und Aktionärbindungsverträge. Letztere können sorgfältig formulierte Mitverkaufspflichten und Mitverkaufsrechte enthalten. Rechtsanwälte und Steuerberater erstellen Dokumente von beeindruckender technischer Präzision.
Doch die Strukturen sind selten das Problem.
Schwierigkeiten entstehen meist bei Fragen, die kein Dokument lösen kann. Möchte die nächste Generation überhaupt gemeinsam Eigentum halten? Stimmen die Risikovorstellungen ihrer Mitglieder ausreichend überein, um gemeinsame Entscheidungen zu treffen?
Und vor allem: Gibt es jemanden, dem alle vertrauen und der eine neutrale Perspektive einbringen kann, wenn sich die Struktur bewähren muss?
Ich habe Familien mit ausgefeilter rechtlicher Architektur erlebt, denen ein gemeinsames Verständnis dafür fehlte, welchem Zweck ihr Vermögen dienen soll. Und ich habe Familien mit vergleichsweise einfachen Strukturen gesehen, denen der Generationenwechsel gut gelang, weil sie sich Zeit für jene Gespräche genommen hatten, die Rechtsanwälte nicht für sie führen können.
Die Rolle eines Familienberaters in der Nachfolge ist nicht in erster Linie technischer Natur. Sie besteht darin, die Voraussetzungen für klare Gespräche zu schaffen – ohne die Verzerrungen, die entstehen, wenn jede Partei einen eigenen Berater mit jeweils anderen Interessen an ihrer Seite hat.
Die rechtliche Struktur ergibt sich daraus. Sie gibt selten die Richtung vor.
P. S.: Zum Thema Komplexität habe ich bereits einen weiteren Beitrag veröffentlicht: Die Kosten komplexer Vermögensstrukturen – ASFOS